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Liebe vs. digitales Nomadentum

#1

Beitragvon Transwarp » 1 Jahr 4 Monaten Vor (24. Jul 2016, 22:38)

Beitrag von Transwarp » 1 Jahr 4 Monaten Vor (24. Jul 2016, 22:38)

Liebe vs. digitales Nomadentum

Alleine sein ist scheiße. Dem angeblich glücklichem Single schießt bei dieser Aussage förmlich der Dampf aus den Ohren, doch wer ein bisschen ehrlicher zu sich selbst ist, wird dem nur zustimmen. Vielleicht ist der ein oder andere zufrieden über ein kurzweiliges Single-Dasein, insgeheim ist es aber irgendwie schon erstrebenswert, einen Partner zu haben. Eine weitverbreitete Meinung, die nicht nur über Medien & Co in die Köpfe der ohnehin schon einsamen Geschöpfe eingeprügelt wird.

Ich weiß auch nicht, warum das alles so blöd ausgelegt ist. Doch wer alleine und irgendwie ein bisschen instabil ist, der leidet selbst wegen den einfachsten Alltagssituationen. Der neue Handyvertrag wird günstiger, wenn man den Partnertarif abschließt. Bei den weitläufigen Hotelbuchungsportalen ist das Häkchen für die Zimmerbelegung automatisch auf zwei Personen ausgelegt. Der Single muss das Häkchen ändern, einen horrenden Preis zahlen und sich dann trotzdem in einem Doppelbett alleine in den Schlaf weinen.

Wer alleine ins Restaurant kommt, bekommt nicht selten einen Platz für zwei. Das Gegenstück wird schon noch kommen, hat sich bestimmt verspätet. Verspätet um ein paar Jahre, da kommt bestimmt keiner mehr. Irgendwann kapiert es auch die Bedienung und räumt beschämt das zweite Gedeck weg.

Manch einem ist der unangenehme Sachverhalt völlig schnurz, manch anderer lässt sich dadurch an den Rand einer Depression drängen. Es liegt nicht im Naturell des Menschen, alleine zu sein, sich ohne eine bessere Hälfte durch das ganze Desaster zu boxen.

Wer alleine ist, ist arm dran und insgeheim sowieso immer nur auf der Suche nach einem passenden Pendant. Wer findet, ist glücklich, wer verzweifelt sucht, ist am Arsch. Es wäre nicht gar so krass in den Köpfen der Menschen verankert, wenn es nicht gar so intensiv eingeprügelt werden würde. Tagein, tagaus.

Auch ich war nie sonderlich gern alleine. Ich bin es noch immer nicht. Es mag das ständige Reisen sein, das eine halbwegs stabile Beziehung schier unmöglich macht. Jeder digitale Nomade, der sich nicht zufällig einen gleichen Paradiesvogel geschnappt hat, wird hier zustimmend mit dem Kopf nicken.

Im Winter trifft man die selbsternannten Online-Entrepreneure meist in tropischen Gefilden, den Rucksack stets aufgeschnallt. Der ein oder andere bleibt vielleicht auch länger als ein paar Tage an einem Ort, der tolle potenzielle Partner lauert hier eigentlich an jeder Ecke.

Doch leider ist es meist der klassische Tourist, der eine kleine Liebelei im langverdienten Jahresurlaub pflegen möchte. Dann fliegt er wieder nach Hause, so wie es sich gehört, und setzt sich in sein Büro. Der Single mit dem Hipsterjob bleibt zurück und winkt nett hinterher. Vielleicht weint er.

Im Sommer zieht es den ein oder anderen digitalen Nomaden zurück in die Heimat, ein bisschen frische Luft schnuppern, Hallo sagen, Freundschaften pflegen. Prinzipiell eine tolle Jahreszeit, um Menschen kennenzulernen, mit denen man einen weiteren gemeinsamen Weg bestreiten könnte. Irgendwie aber auch nicht, denn eigentlich sitzt man ja ohnehin schon wieder mit einem Bein im Flieger.

Es ist das Streben nach Glück, der unendlichen beruflichen Erfüllung, nach denen die digitalen Nomaden mit den modernen Jobs haschen. Wer seinen Laptop in Bali aufklappt, im Flieger weiterschreibt und beim nächsten Stop-Over in Dubai die Arbeit finalisiert und dann auch noch einen Geldeingang auf dem Konto vorzuweisen hat, sollte sich freuen. Doch mit wem? Alleine, meistens.

Es gibt diese unverschämten Pärchen, die beide das gleiche treiben und jahrein, jahraus, um die ganze Welt fliegen und so dermaßen viel Geld verdienen, dass es beinahe unfair ist. Webdesigner, Blogger, Texter, Fotografen, Programmierer. Was man halt so machen kann, ohne festen Wohnsitz. Die Pärchen, die den suchenden Singles, die vielleicht auch noch unglücklich im Beruf sind, ein Bilderbuchleben vorzeigen und nichts außer Neid heraufbeschwören. Auf einmal will jeder fliehen, doch wenn er dann allein am Arsch der Welt sitzt, dann passt es ja auch wieder nicht. Irgendwas fehlt.

Dann gibt es noch die Normalsterblichen mit den angesehenen Jobs, die in eine 40-Stundenwoche eine erfolgreiche Beziehung einbauen, die sie in ihrem kleinen Häuschen pflegen und hegen. Das sind wiederrum jene, die über Artikel wie diese stolpern und fast platzen. Neumodisches Getue und Probleme, die die Welt nicht braucht. Mag sein, ja, ist mir aber egal. Hat sich eben alles so entwickelt und die Nummer mit dem Arbeiten ohne festen Wohnsitz ist schon irgendwie stark im Kommen.

Irgendwie muss man dahinter stehen. Entweder das eine oder das andere. Oder beides? Es ist schwierig. Trifft der digitale Nomade auf ein vermeintlich passendes Gegenstück, ist die Wahrscheinlichkeit schwindend gering, dass es sich dabei ebenfalls um einen Nomaden ohne festen Wohnsitz handelt.

Soll er sein Leben als Reisender dann hinschmeißen, mitziehen und die selbst erschaffene Freiheit über den Haufen schmeißen? Das wäre ja ganz schön blöd. Andersrum verhält es sich nicht besser, der hartgesottene Bürogänger, der im Urlaub auf einen digitalen Nomaden trifft, wird sein reguläres Leben kaum über den Haufen schmeißen, um fortan arbeitslos als Paar durch die Welt zu jetten. Es ist ein Teufelkreis.

Erfreulicherweise gibt es mittlerweile sogar Partnerbörsen für digitale Nomaden. Onlineplattformen, auf denen man Gleichgesinnte Paradiesvögel findet. Eine durchaus raffinierte Idee, um als Heimatloser trotzdem einen Deckel zu finden. Ob der Deckel dann passt, kann man ja austesten. In Bali, Kapstadt oder Kolumbien. Oder sonst wo auf der Welt.
- :39: "Es gibt keine Schlüssel von Glück. Tür ist immer geöffnet! Die Welt gehört demjenigen, der sich darüber freut!" :39: -

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